Flussdiagramm: Alternativer Prozess:   Lernen  Ohne  Angst    e.V.

 

......NEWS: Gewichtung der Vergleichsarbeiten auf 20 % gesenkt   KLICK .......

 

 

Zentrale Vergleichsarbeiten in Brandenburg

Mathematik und Deutsch der Klasse 6

 

Rechtliche Bedenken, Informationen, Links und Meinungen

 

 

„Nicht für das Leben – für das Schreckgespenst „Vergleichsarbeiten“ lernen wir!“

 

 

Rechtliche Bedenken:

 

Wir haben keine einheitliche Lehrerausbildung.

Wir haben keine einheitliche Unterrichtsqualität.

Wir haben keine einheitliche Schulqualität.

Wir haben keine einheitlichen Grundschulen.

Wir haben keine einheitlichen Schulbücher.

Wir haben keine einheitlichen Lehrpläne.

 

... aber wir haben einheitliche Vergleichsarbeiten. Was vergleichen wir?

 

 

Presse und Internet:

 

Tagesspiegel: Privatschüler kommen leichter aufs Gymnasium

Hier wurde am 30.10.2007 „nachgebessert“ und das MBJS testet nun auch manche

Privatschulen: http://www.mbjs.brandenburg.de/media/lbm1.a.3029.de/ref25_zva6_freieschulen.pdf

 

Märkische Allgemeine: 39 Schulschließungen – Schulsterben setzt sich fort

 

PNN: Test vergeigt  -  nicht aufs Gymnasium?

 

Landeselternrat: Unsere Kinder sind nicht dazu da, bestehende Schulstrukturen zu erhalten und dafür

beliebig verschoben zu werden, sondern die Strukturen sind so zu gestalten, dass sie unseren Kindern

die bestmögliche Bildung und einen guten Start ins Leben ermöglichen!

 

TAZ: Bildungschance währt in Brandenburg 90 Minuten

 

Tagesspiegel: Berlin ist das kleinere Übel für Familien

 

 

Beschwerdeanschrift:

Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

Minister Rupprecht

Heinrich-Mann-Allee 107

14473 Potsdam

Telefon: 0331  -  866-0

Fax: 0331  -  8663595

E-Mail: poststelle@mbjs.brandenburg.de

 

 

Motivations– und Informationskopien bitte an die Elternvertretung:

Sprecherin des Landeselternrates

Petra Brückner

Ringstr. 16

14979 Großbeeren

033701-59628

0173-1985987

E-Mail:petrabrueckner@arcor.de

 

 

Rechtliche Bedenken:

 

Die Note der Vergleichsarbeit geht im ersten Halbjahr mit 40 % in die Zeugnisnote ein. Dieser

Prozentsatz ist unangemessen hoch und verleiht einer 45 Minuten Arbeit Prüfungscharakter.

 

Im Endjahreszeugnis mutiert die gleiche Arbeit vom Wertungsschlüssel aus betrachtet zu einer

„normalen Klassenarbeit“ – was sie vom Stoffvolumen her gesehen auch nicht ist.

 

Die Chancengleichheit der Schüler wird weiter verschlechtert. Kinder werden beispielsweise für

gute Lehrer belohnt und für schlechte Lehrer bestraft. Kinder aus Integrationsschulen oder

Schulen mit hohem Unterrichtsausfall schreiben den gleichen Test wie Schüler aus Schulen ohne Besonderheiten.

 

Kinder aus bildungsfernen oder sozial schwächeren Elternhäusern werden erneut benachteiligt.

Wer bei amazon, google oder ebay das Stichwort „Vergleichsarbeit“ eingibt findet einen neuen -

kostenintensiven - Markt voller Literatur, Testaufgaben und Nachhilfeangeboten.

 

„Privatschulen nehmen an der Vergleichsarbeit nicht teil, ihre Schüler haben hierdurch Vorteile

gegenüber den Schülern staatlicher Schulen.“ verkündete die Presse und das Ministerium

reagierte, indem nun auch manche Privatschulen den Test mitschreiben müssen. Alternative:

Konzeptänderung – die zum Verlust der Zulassung führt.

http://www.mbjs.brandenburg.de/media/lbm1.a.3029.de/ref25_zva6_freieschulen.pdf

 

An den Stichtagen schreiben alle Schüler die gleiche, vorgegebene Arbeit. Schüler, die an diesen

Tagen fehlen müssen die Arbeit nachschreiben. Die Fachlehrer müssen für die Erstellung einer

neuen, ANDEREN Arbeit Sorge tragen. Auch hier keine wirkliche Gleichbehandlung.

 

Wie werden Betrugsversuche ausgeschlossen? Im Internet fanden sich Berichten, nach denen an

manchen Schulen andere Vergleichsarbeiten vorab bekannt waren und intensiv geübt bzw.

auswendig gelernt wurden. Die Brandenburger Vergleichsarbeiten wurden den Schulen am

20.November zugestellt – die Arbeiten wurden am 23.11. und am 26.11.2007 geschrieben. Wer hat an

den Prüfungstagen die Unversehrtheit der Umschläge überprüft?

 

Bildungspolitisch wird die geringe Zahl der Abiturienten bemängelt. Die Vergleichsarbeiten

könnten den Anteil in Brandenburg weiter senken.

 

Das Schulsterben setzt sich fort. Werden per „verschärfter Selektion“ auf Kosten der Kinder die

notleidenden Oberschulen gefüllt, statt Potential zu fördern?

 

Der Schulfrieden wird durch diese unangemessen gewerteten Vergleichsarbeiten erheblich

gestört, da man nach Auswertung der Arbeiten nach „Schuldigen“ suchen wird. Ein ernst

gemeinter Vergleich wäre wertungsfrei möglich gewesen. Nun werden Lehrer, Eltern und Schüler

unangemessen strapaziert und polarisiert.

 

 

Der Einsatz ist für alle hoch – es geht um Zukunftschancen, Zensurendruck, Berufsehre und

Schuld. Ja, genau – Schuld. Denn genau diese wird nach „vergeigten“ Tests gesucht und mit

Sicherheit auch irgendwo gefunden werden. Lag es am „faulen und lernunwilligen“ Kind? Lag es

an den Eltern, die zu wenig Zeit oder kein Geld für zusätzliche Lehrmittel oder gar

Vorbereitungsstunden hatten? War der hohe Stundenausfall Schuld oder lag es gar am

Lehrpersonal, das dank eines Beschlusses der Kultusminister-Konferenz der Bundesrepublik

Deutschland (als einziges Teilnehmerland) kein „Lehrer-PISA“ absolvieren musste, während

unsere Kinder in Grund und Boden getestet werden?

 

 

Viele Kinder standen und stehen unter einem Druck, den man wahrscheinlich nur ansatzweise

nachempfinden kann. Mit 12 Jahren versteht man schon sehr genau, wie extrem wichtig dieser

Test sein kann. Wenn dieser Druck seitens der Eltern und/oder Lehrkräfte noch zusätzlich

verstärkt wird, kann sich das kontraproduktiv und gesundheitsschädigend auswirken.

In der Bundesrepublik Deutschland sterben täglich drei Kinder und Jugendliche durch Suizid,

weitere 40 Kinder versuchen jeden Tag sich das Leben zu nehmen.

 

Interview, 23.11.2007, 12:07 Uhr – rbb Info-Radio

Brandenburger Schule - Leistungsdruck auf Weltniveau?

Rupprecht: „Sollten wir feststellen, dass es nicht so läuft, wie ich es eigentlich erwarte, dann

bin ich natürlich bereit, auch Veränderungen vorzunehmen.“

 

 

Unsere PISA – VERA – ILEA – IGLU - ZVA erprobten Versuchskaninchen, ihre Eltern, Großeltern

und viele weitere Opfer und Kritiker einer kinderfeindlichen Bildungspolitik werden diese Haltung

sicher gern an den Wahlurnen quittieren.

 

Es ist nun höchste Zeit, diese Veränderungen vorzunehmen, indem für alle Kinder gleiche

Grundlagen und Bedingungen geschaffen werden, erst hiernach können Vergleichsarbeiten das

leisten, womit sie bereits jetzt bezeichnet sind. Wir verlangen daher bis dahin die sofortige

Aussetzung des Schreibens derartiger Arbeiten. Die bereits geschriebenen Arbeiten sind nicht zu

bewerten bzw. zu berücksichtigen.

 

 

Angelika Bachmann

LOA - Lernen ohne Angst e.V.

http://www.lernen-ohne-angst.de

a.bachmann@lernen-ohne-angst.de

 

 

 

Text als PDF  Klick

 

 

  Zurück

 

 

 

 

zur LOA

Startseite