Flussdiagramm: Alternativer Prozess:   Lernen  Ohne  Angst    e.V.

 

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Es liegt uns fern zu verallgemeinern. Selbstverständlich müssen nicht alle Fälle von Lehrergewalt in der Bearbeitung den vielfach beobachteten, hier beschriebenen, Verlauf nehmen.

 

Im Folgenden haben wir aus den Erfahrungen rund um Lehrergewalt-Konflikte, die persönlich Betroffene schilderten, Bilanz gezogen und die auffälligsten Parallelen der einzelnen Fälle herausgearbeitet.

 

 

LOA kann keine Rechtsberatung ersetzen oder anbieten. Unsere Tipps sind lediglich als eine Zusammenfassung vieler Erfahrungsberichte und als Denkanstoß zu verstehen.

 

 

Schlimmstenfalls läuft der Konflikt nach folgendem Muster ab:


1. Sie erfahren von einem oder mehreren Gewaltübergriffen gegen Ihr Kind und/oder andere Schüler durch eine Lehrkraft.

TIPP: Versuchen Sie einen möglichst ruhigen Kopf zu bewahren, fragen Sie andere Eltern nach ähnlichen Erfahrungen. Wenn äußere Spuren sichtbar sind, sollte man sofort Fotos anfertigen. Unabhängig davon sollte man einen Arzt aufsuchen und die Verletzungen attestieren lassen. Suchen Sie sofort das Gespräch mit der Lehrkraft, nehmen Sie Zeugen mit. In extremen Fällen bereits jetzt einen Anwalt einschalten und nicht ohne Beratung selbst agieren. Von nun an alles notieren, evtl. Mobbingtagebuch führen.

 

 

2. Sie suchen das Gespräch mit der beschuldigten Lehrkraft und können den Konflikt dort nicht zufriedenstellend bewältigen. (z.B.:  die Lehrkraft weist die Tat zurück, erscheint aber unglaubwürdig,  die Lehrkraft bereut die Tat nicht usw.).

 

TIPP: Reden Sie wenig, stellen Sie  möglichst viele Fragen, hören Sie gut zu und lassen Sie sich nicht vom eigentlichen Thema ablenken. Beliebte Umleitungsschilder: Demontage von Kindern und Eltern.  Lassen Sie ihre/n Zeugen Protokoll führen und bitten Sie alle Anwesenden, dieses bei Gesprächsende zu unterschreiben. Weigerungen zur Unterschrift protokollieren.

 

 

3. Die Eltern möglicher Zeugen reagieren auf Nachfragen abweisend, da sie Probleme für sich und ihre Kinder wittern.

 

TIPP: Elternstammtisch einberufen, Erfahrungen austauschen, Eltern mit ähnlichen Erfahrungen suchen. Distanzieren Sie sich für die Dauer des Konflikts rasch und konsequent von allen, die nicht mit Ihnen kooperieren, denn Sie dürfen jetzt auf gar keinen Fall an zu vielen Fronten kämpfen. Das kostet Zeit und Energie, die Ihnen anderswo fehlt. Hüten Sie sich vor „Maulwürfen“, Trittbrettfahrern und Opportunisten.

 

 

4. Die Elternsprecher entpuppen sich in solchen Situationen als Lehrersprecher und arbeiten schlimmstenfalls noch gegen die Betroffenen.

 

TIPP: Nehmen Sie es nicht persönlich, diese Situation tritt in den meisten Fällen auf. Verbünden Sie sich mit betroffenen Familien und Fürsprechern. Wählen Sie unfähige und unwillige Elternsprecher ab. Gründen Sie eine Elterninitiative, verschwenden Sie keine Zeit mit Widersachern und unsachlicher Kritik.

 

 

5. Die Schulleitung schützt die Kollegen setzt alles daran, den Fall unter den Teppich zu kehren und gegen die Beschwerdeführer mobil zu machen, inklusive Attacken gegen die persönliche Integrität. 

TIPP: Leider auch keine Seltenheit. Sofort Dienstaufsichtsbeschwerden beim Schulamt/bei der Dienstaufsicht einreichen, Kopie an das Bildungsministerium senden. Schlagen Sie z.B. moderierte Gespräche vor, wenn noch keine Strafanzeigen vorliegen. Mediationen haben einen großen Nachteil: Sie führen zur Verschwiegenheitspflicht—dies kann große Nachteile für betroffene Familien haben.

 

 

6. Das Schulamt/ die Dienstaufsicht ist darum bemüht, nicht durch Problemschulen beim Ministerium aufzufallen und weist Dienstaufsichtsbeschwerden als unbegründet zurück.

 

TIPP: Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die beteiligten Schulräte beim Bildungsministerium einreichen. Bei Bedarf einen Anwalt einschalten, der die Akten im Schulamt für Sie einsieht. (Verwaltungsrechtler)

 

 

7. Die Polizei fühlt sich nicht zuständig und verweist betroffene Familien ans Schulamt / die Dienstaufsicht.

TIPP: Anzeige per Internet (Internetpolizeiwache) oder per Einschreiben direkt bei der zuständigen Staatsanwaltschaft erstatten. Vorteil: Die Wortwahl liegt allein bei Ihnen. Zeugenaussagen mit Videotechnik sichern. Hierbei keine Fragen (mögliche Beeinflussung) stellen, die Zeugen lediglich den Vorfall schildern lassen.

 

 

8. Das Ministerium tut alles, um sein Schulamt/ die Dienstaufsicht zu schützen und lehnt Beschwerden ab.

 

TIPP: Schalten Sie weitere Institutionen ein, bitten Sie Elterninitiativen und Vereine um Unterstützung, wenden Sie sich an den Petitionsausschuss, schalten Sie die Presse ein.

 

 

9. Die Staatsanwaltschaft macht Dienst nach Vorschrift und nach einem Jahr teilt man den Betroffenen mit, dass man leider nach so langer Zeit keine glaubwürdigen Aussagen mehr bekommen kann. Die Verfahren werden eingestellt.

 

TIPP: Anwalt einschalten (Strafrechtler) Immer wieder Akteneinsicht nehmen um sich ein Bild zu verschaffen. Presse informieren, Öffentlichkeit herstellen.

 

 

10. Das System hat wieder einmal funktioniert und so leben alle friedlich bis an ihr seliges Ende oder halt bis zum nächsten „bedauerlichen Einzelfall“.

TIPP: Überdenken Sie eine Umschulung, Veröffentlichen Sie Ihre Erfahrungen, schließen Sie sich Elterninitiativen und Vereinen an.

 

Lehrergewalt in allen Formen funktioniert nur, solange sie ein Tabuthema bleibt, solange Familien auf sich allein gestellt gegen ein übermächtiges System kämpfen. Sobald der Kreislauf durchbrochen wird, sobald Eltern sich organisieren und vernetzen, sobald Öffentlichkeit hergestellt wird, besteht eine Chance das geschlossene System zu durchbrechen, Verhaltensmuster zu ändern, und langfristig eine gesellschaftliche Bewusstseinsänderung herbeizuführen.


 

Angelika Bachmann

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Erfahrung ist das, was Du aus dem machst, was Dir zustößt.“

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