Das Geheimnis glücklicher Schüler

 

Fragt man Schüler nach ihren „Lieblingslehrern“, erlebt man oft interessante Überraschungen. Meist belegen nicht die „Kuschelpädagogen“ die ersten Plätze auf der Beliebtheitsskala, sondern die etwas „strengeren“ Pädagogen. Ein Widerspruch? Nur auf den ersten Blick.

 

Durch zu viel Nähe werden Grenzen überschritten und das Schüler/Lehrer Verhältnis rückt in einen unangemessen persönlichen Bereich. Ebenso persönlich fallen dann häufig die Reaktionen der Lehrkräfte aus. Schlechte Leistungen oder Ungehorsam werden in solchen Konstellationen oft   hochemotional als Kränkung empfunden. In der Folge reagiert dann die Lehrkraft nicht mehr professionell, sondern leider häufig sehr unangemessen und für den Schüler unberechenbar

 

Wie sieht er aber aus, der ideale Lehrer? Natürlich schwanken die Anforderungen und ein Grundschüler hat andere Wünsche und Bedürfnisse als ein älterer Schüler. Einige Eigenschaften oder Handlungsweisen stehen jedoch immer wieder ganz oben auf den „Wunschzetteln“ der Schüler.

 

Die Einstellung der Lehrkräfte zu ihrem Beruf prägt in hohem Maß die Einstellung der Kinder zum Lernen und zur Schule und entscheidet somit auch über Erfolg und Misserfolg. In der folgenden Zusammenfassung werden Sie feststellen, wie sehr sich manche Voraussetzungen überschneiden und bedingen.

 

 

P S Y C H I S C H E   S T A B I L I T Ä T

 

Kinder lieben gelassene, ausgeglichene, humorvolle und souveräne Lehrer. All diese Eigenschaften setzen jedoch (als Grundlage für die damit verbundene Professionalität) psychische Stabilität voraus.

 

Launen, Machtspiele, verbale und körperliche Entgleisungen gehören zum Repertoire der schwarzen Pädagogik, die schon Generationen von Schülern die Freude am Lernen genommen hat.

Bricht sich eine Lehrkraft ein Bein, wird sie krank geschrieben und bleibt der Schule fern  -  für psychische Erkrankungen und Auffälligkeiten (im Vorstadium pathologischer Krankheitsbilder) gilt dies leider nicht. Psychische Stabilität ist jedoch eine Grundvoraussetzung für den Umgang mit Kindern, da die Risiken und möglichen Schäden unüberschaubar sind.

 

Wer psychisch nicht stabil ist, und zudem weitestgehend unkontrolliert und unreflektiert arbeiten darf, dem kann schnell die Achtsamkeit für die ihm anvertrauten Kinder  -und sich selbst-  verloren gehen. Supervisionen, Evaluationen und Hospitationen sind selten, und bleiben selbst bei Auffälligkeiten oft ohne Folgen. Zwar stehen Dienst– und Fachaufsicht in direkter Fürsorgepflicht, aber leider wird diese oft nicht sehr konstruktiv wahrgenommen.

 

Die folgenden Kinderzitate zeigen sehr deutlich, wie sehr die Stimmungslagen und Befindlichkeiten von Lehrkräften den Unterricht prägen:

 

„Meist kommt unsere Lehrerin schon mit schlechter Laune in die Klasse. Wenn ich diesen aggressiven und genervten Gesichtsausdruck sehe, weiß ich, wie die nächsten Stunden sein werden...“

 

„Unser Lehrer brüllt dauernd rum. Außerdem wackelt er immer mit dem Kopf und erzählt ständig von früher. Lernen tun wir bei dem nix. Und dann verlangt er Respekt...“

 

„Unsere Lehrerin ist richtig gut drauf. Ihr Unterricht ist spannend, sie hat Humor, rastet nicht wegen jeder Kleinigkeit aus und behandelt alle Schüler gleich. Wenn man sich Mühe gibt, hat man keine Probleme mit ihr. Die Stunden mit ihr machen richtig Spaß.“ 

 

Gewalt, Gereiztheit und Gebrüll sind leider oft an der Tagesordnung, wo Güte, Gelassenheit und Geduld  gefragt wären.

 

 

R E S P E K T

 

Ich VERLANGE Respekt von Dir!

 

So und ähnlich schallt es vielen Schülern täglich entgegen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Respekt ist eine wundervolle Angelegenheit und soll keinesfalls in seiner Bedeutung geschmälert oder herabgesetzt werden.

 

Respekt vor jedem Mitmenschen sollte laut der „Goldenen Regel“ eine Selbstverständlichkeit sein:

„Behandle jeden Menschen so, wie du selbst gern behandelt werden möchtest.“

 

Genau hier liegt aber die Tücke, denn wer Respekt verlangt, hat ihn ganz offensichtlich schon verloren oder nie besessen. Das beginnt schon beim Respekt vor sich selbst. Wer mit sich im Reinen ist, wer sich achtet und (ohne Hochmut) wertschätzt, kann auch anderen Menschen Respekt zollen.

Wer sich aber im Grunde seiner Seele für seinen Charakter, seine Handlungen oder Leistungen verachtet, der strahlt dies nicht nur aus, er muss auch fast zwanghaft andere (bevorzugterweise Schwächere) schlecht behandelt und herabsetzen, um sich aufzuwerten, sich besser zu fühlen.

 

Wer sich wie ein Rumpelstielzchen vor der Klasse gebärdet, schreit, tobt, mobbt und ungerechte Zensuren verteilt, macht sich lächerlich und unglaubwürdig. Er/Sie verbreitet vielleicht Angst und Schrecken, erntet jedoch Abneigung, Lächerlichkeit und Verachtung. Respekt bekommt man nicht geschenkt, man kann ihn nicht einfordern  - man muss ihn erwerben.

 

Schüler aller Altersklassen spüren und wissen das sehr genau. Ihre Einschätzungen sind recht differenziert und selten scheren sie alle Lehrkräfte über einen Kamm. Fast alle Schüler berichten auch von Pädagogen, die sie aufgrund ihres Wissens und Unterrichtsstils, ihrer positiven Eigenschaften oder ihres Engagements sehr schätzen und respektieren.

 

 

G E R E C H T I G K E I T

 

Wann immer Kinder (und Eltern ) Lehrer beurteilen, fällt meist nach kurzer Zeit das Zauberwort „Gerechtigkeit“. Grundsätzlich gehört dieser Begriff in den Bereich der Illusionen, da unser derzeitiges Bewertungssystem nicht darauf basiert und munter Äpfel mit Birnen vergleicht. Ein musikalisch hochbegabtes Kind tritt gegen den Rest der Welt an, ein Pummelchen muss sich im Sportunterricht mit Top-Sportlern messen, Kinder mit feinmotorischen Entwicklungsverzögerungen sollen im Kunstunterricht die gleichen Leistungen erbringen wie kleine Künstler...

 

Die Freude am Unterricht und am Lernen geht schnell verloren, wenn man nicht an den eigenen Leistungen, sondern an denen anderer Schüler gemessen wird. Hinzu kommt, dass es manchen Lehrkräften im beruflichen Alltag sehr schwer fällt, persönliche Sympathien und Abneigungen (gegen Kinder und/oder Eltern) auszublenden. Menschlich ist dies zwar durchaus verständlich -  professionell gesehen ist es jedoch ein Armutszeugnis wenn es sich in Zensurenwillkür, Ausgrenzung und Mobbing äußert. Ungerechtigkeit führt unweigerlich zu (vermeidbaren!) Problemen in Form von Leistungsverweigerungen, schlechten Arbeitsergebnissen, einem gestörten Arbeitsklima und Ansehensverlusten für die Lehrkraft.

 

Gerechtigkeit ist eine Ausdrucksform der Wertschätzung. Kinder, die sich geschätzt fühlen, entwickeln Vertrauen, können angstfrei arbeiten, sich frei entwickeln und entfalten.

 

 

B E R E C H E N B A R K E I T

 

Lehrkräfte die Ihren Unterricht gut planen, Ziele und Vorhaben in einem angemessenen Zeitrahmen ankündigen und sich an Vereinbarungen halten, stehen bei ihren Schülern hoch im Kurs. Berechenbarkeit setzt ein hohes Maß an Disziplin und Arbeitsbereitschaft voraus, führt aber im Ergebnis zu einem sehr entspannten Lern– und Lehrklima.

 

Wer großzügig Hausaufgaben verteilt, diese aber nicht kontrolliert, wer Klassenarbeiten ankündigt und sie nicht schreiben lässt, dafür aber gern unangekündigte Tests (schlimmstenfalls als Druckmittel) einsetzt und wochenlang mit den Korrekturen im Verzug, ist baut für sich und andere vermeidbaren Stress auf.

 

Wer Disziplin und Zuverlässigkeit predigt, muss auch bereit sein, diese vorzuleben, da sich alles andere kontraproduktiv auswirkt. Berechenbarkeit und Verlässlichkeit führen hingegen zu vertrauensvollen und entspannten Arbeitsklima für alle Beteiligten.

 

 

S T R U K T U R

 

Grenzen schränken nicht nur ein, sie geben auch Hilfe, stützen und sind oft nützliche Klettergerüste. Hierzu gehört eine gesunde Struktur, die den Weg vorzeichnet, Ziele absteckt und Rahmenbedingungen schafft. Viele Pädagogen machen sich diese Binsenweisheit zu Nutze und arbeiten sehr erfolgreich damit.

 

Fehlen diese Bedingungen, fehlt es auch schnell am Überblick, es kommt zu chaotischen Abläufen und hierdurch zu Zeitproblemen und Überforderungen. Sehr anschaulich berichtete ein Schüler uns von folgendem Beispiel:

 

„Die Lehrerin erzählt immer von ihren Kindern und ihrer Katze. Manchmal geht das eine halbe Stunde lang so. Dann fällt ihr plötzlich ein, dass wir ja eigentlich Bio haben. Zum Ausgleich bekommen wir immer viele Hausaufgaben und wenn wir dann etwas nicht können, droht sie uns mit Tests und schlechten Zensuren, statt einfach mal ihren Job zu machen.“

 

Schüler nehmen unstrukturierten Unterricht bestenfalls als willkommene Ablenkung wahr. Dem Ansehen der Lehrkraft und den Arbeitsergebnissen schadet er fast immer. Sprunghaftigkeit, unzulässige Verlagerung der eigentlichen Lernarbeit in den Hausaufgabenbereich und planlos abgearbeitete Stundenpläne können durch gewissenhafte Vorbereitung,  sinnvolles Zeitmanagement und Disziplin vermieden werden.

 

 

K O M P E T E N Z

 

Respektlosigkeit und schlechte Ergebnisse werden gern vorschnell und undifferenziert auf dem Konto der Elternhäuser und Schüler verbucht. Das kann zwar durchaus stimmen, darf aber nicht dazu führen, vor allen anderen Möglichkeiten die Augen zu verschließen. Mangelnde fachliche und pädagogische Kompetenz der Lehrkräfte führen erfahrungsgemäß zu den gleichen Ergebnissen.

 

Hier sind eindeutig die Kultusminister der Länder und die Bundesregierung gefragt, denn leider entspricht die Ausbildung und Weiterbildung vieler Lehrkräfte nicht mehr den heutigen Anforderungen. Die Bedürfnisse und Aufgaben wachsen  -  in gleichem Maß  muss die Aus– und Weiterbildung erweitert werden; leider besteht hier jedoch in vielen Bereichen großer Erweiterungsbedarf.

 

Immer wieder werden die Finanzen als Hinderungsgrund benannt, aber wer im Bildungswesen spart, der hält auch in Schildbürgermanier die Uhren an, um Zeit zu sparen.

 

Es verträgt sich nicht mit der Fürsorgepflicht eines Arbeitgebers, seine Mitarbeiter schlecht vorbereitet aus der Universität in den Schulalltag zu schubsen. Fachliche und pädagogische Kompetenz ist aber eine Grundvoraussetzung für freudiges und erfolgreiches Arbeiten.

 

Ein Junglehrer schilderte seine Erfahrungen kürzlich in einer TV-Diskussionsrunde mit den folgenden Worten:

„Ich kam in die Schule, wusste noch nicht einmal wo die Toiletten sind, da stand ich schon vor meiner ersten Klasse und musste unterrichten !“

 

Jeder Handwerker ist nur so gut, wie seine Ausrüstung und sein Material es zulassen. Man kann mit Spanplatten keinen Marmorsaal gestalten, und man kann mit einem veralteten Bildungssystem keine internationalen Wettbewerbe bestreiten. Mittelfeld und hintere Plätze sollten zum Umdenken führen.  -  ebenso wie Schulversagen, Schulangst, ausgebrannte Lehrkräfte und ein hoher Krankenstand.

 

 

K O O P E R A T I O N

 

Aus dem Mannschaftssport wissen wir, wie wichtig Teamgeist ist und die Physik lehrt uns, dass jede Kette nur so stark ist, wie ihr schwächstes Glied es zulässt.

 

Wenn wir diese Binsenweisheiten auf das Gesamtprojekt „Bildung“ umlegen, wird sehr schnell klar, wie enorm wichtig eine gute Kooperation zwischen den drei beteiligten Partnern (Eltern—Schüler—Lehrer)  ist.

 

Steigt ein Beteiligter aus oder entzieht sich durch „innere Kündigung“, ist das ganze Projekt in Gefahr, die Kette reißt und alle Teilnehmer nehmen Schaden.

 

Um dies zu vermeiden muss ein Umdenken stattfinden.

Schulen müssen sich öffnen und durch Transparenz Vertrauen gewinnen. Dem Schulamt muss ein gleichberechtigtes „Schüler– und Elternamt“ gegenüber gesetzt werden, um veraltete Machtgefüge und „Bildungsmonopole“ aufzubrechen.

 

Erst wenn es Eltern und Schülern möglich ist, ohne Angst vor Repressalien über ihre Wünsche, Ängste und Vorstellungen zu sprechen, kann eine wirkliche, konstruktive Partnerschaft entstehen.

Erst wenn Lehrer ohne Angst vor Repressalien darüber berichten dürfen, warum sie ausgebrannt oder wenig motiviert sind, wenn bessere Aus– und Weiterbildung eingefordert werden kann, wenn schlechte Arbeitsbedingungen und mangelhaftes Arbeitsmaterial aufgezeigt werden dürfen, kann man gemeinsam nach Auswegen suchen, statt sich gegenseitig mit Schuldzuweisungen zu belasten und das eigentliche Problem weiter außen vor zu lassen - ein gescheitertes, veraltetes Bildungssystem, dem durch zahme Reförmchen und blinden Aktionismus nicht mehr zu helfen ist.

Flussdiagramm: Alternativer Prozess:   Lernen  Ohne  Angst    e.V.

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Laut einer Studie aus dem Jahr 2007 sind Schulen der „Glückskiller Nr. 1“ für Kinder in Deutschland.

 

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Ein vergleichender Blick auf die Bedürfnispyramide nach Maslow und die schulische Realität vieler

Schüler zeigt rasch die Ursachen auf:

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Trinkverbot im Unterricht
Verbot von Toilettengängen 
Pausenentzug 
Textfeld: Launen und Unberechenbarkeit von Respektpersonen, kein Schutz vor Gewalt und Mobbing, Schule wird als „rechtsfreier Raum“ erlebt.  
Textfeld: Klima der Angst 
Gewalt und Opportunismus statt Sozialkompetenz
Ausgrenzung, Mobbing 
Textfeld: Häufige oder ständige Minderwertigkeitsgefühle durch falsche Fehlerkultur und Reduzierung auf Noten
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Unterordnung
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Nur der Schwache wappnet sich mit Härte. Wahre Stärke kann sich Toleranz, Verständnis und Güte leisten.

 

 

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Die Menschheit wird erst glücklich sein, wenn alle Menschen Künstlerseelen haben werden, das heißt, wenn allen ihre Arbeit Freude macht.

 

 

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